{"id":619,"date":"2013-07-31T23:15:02","date_gmt":"2013-07-31T21:15:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mericler.de\/neustart\/?p=619"},"modified":"2016-05-23T12:56:20","modified_gmt":"2016-05-23T10:56:20","slug":"grosraumburos-sind-schwachsinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mericler.de\/neustart\/2013\/07\/31\/grosraumburos-sind-schwachsinn\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfraumb\u00fcros sind Schwachsinn"},"content":{"rendered":"<p>Ein Gro\u00dfraumb\u00fcro ist ein Raum, in dem viele B\u00fcroarbeitspl\u00e4tze untergebracht sind. Es gibt Argumente, die f\u00fcr ein derartiges Konzept sprechen und viele Gr\u00fcnde, sich gegen einen solchen Arbeitsplatz zu entscheiden.<\/p>\n<h2>Pro<\/h2>\n<p>F\u00fcr ein Gro\u00dfraumb\u00fcro spricht die bessere Nutzung des verf\u00fcgbaren Platzes, mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter k\u00f6nnen auf der selben Fl\u00e4che arbeiten, als das bei Einzel- oder Zweierb\u00fcros der Fall sein k\u00f6nnte. Der Arbeitgeber spart also Kosten. Auch die Kommunikation unter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander ist einfacher, denn sie m\u00fcssen weder zu anderen R\u00e4umen laufen noch telefonieren oder Nachrichten senden. Au\u00dferdem f\u00e4llt es eher auf, wenn eine Kollegin oder ein Kollege sich vor den Aufgaben dr\u00fcckt und die eigene Arbeit auf andere abschiebt. Dank derartiger sozialen Kontrolle arbeiten alle flei\u00dfig gemeinsam, so zumindest die Idee.<\/p>\n<p>Es f\u00e4llt bei den Pro-Gro\u00dfraumb\u00fcro-Argumenten nur auf, dass sie eher den Blickwinkel des Arbeitgebers einnehmen: Kosten-Effizienz, Kommunikation und Kontroll. Das muss nicht per se schlecht sein, aber schauen wir uns die Gegenargumente an.<\/p>\n<h2>Kontra<\/h2>\n<p>Gegen ein Gro\u00dfraumb\u00fcro spricht die kaum vorhandene Privatsph\u00e4re: Jedes Gespr\u00e4ch, jedes Telefonat h\u00f6ren Anwesende mit. Hinzu kommt, dass in manchen derartigen B\u00fcros die Monitore gut einsehbar sind, so dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter st\u00e4ndiger Kontrolle w\u00e4hnen.<br \/>\nMan kann die Augen schlie\u00dfen, wenn man etwas nicht sehen m\u00f6chte, aber die Ohren zu schlie\u00dfen, ist schwierig. Stundenlang mit Kopfh\u00f6rern zu arbeiten, ist nur eine vor\u00fcbergehende L\u00f6sung, denn es herrscht eine <a title=\"Ger\u00e4usche schaden\" href=\"http:\/\/blog.ted.com\/2013\/04\/24\/9-ways-that-sound-affects-our-health-wellbeing-and-productivity\/\">enorme Unruhe und Ger\u00e4uschkulisse<\/a> in Gro\u00dfraumb\u00fcros: Es l\u00e4rmt durch das Klappern der Tastaturen, die Telefonate, die Gespr\u00e4che, die Toiletten-G\u00e4nge, die spontanen Besprechungen an Schreibtischen, das Kaffee-Holen und viele andere Dinge, die Menschen im B\u00fcro nunmal so machen.<br \/>\nMan kann sich des Weiteren mit dem eigenen Arbeitsplatz nur schwerlich identifizieren, denn der Raum, der sich pers\u00f6nlich einrichten l\u00e4sst, ist so klein, dass eine Identifikation kaum stattfinden kann. Dabei verbringt man so viele Stunden am Arbeitsplatz und eine Identifikation w\u00e4re sehr n\u00fctzlich f\u00fcr die Identifikation, was sich sowohl auf die Motivation als auch die Zufriedenheit auswirken d\u00fcrfte.<br \/>\nFehlendes Tageslicht an Arbeitspl\u00e4tzen, die von den Fenstern entfernt sind, kommt hinzu. Das L\u00fcften erweist sich h\u00e4ufiger ebenfalls als Problem, denn einigen ist es zu kalt, anderen zu warm; derartige Kompromisse machen viele Menschen ungl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Bei den Kontra-Argumenten f\u00e4llt nun auf, dass diese sich klar aus der Perspektive der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer formulieren lassen.<\/p>\n<h2>Was sagt die Wissenschaft?<\/h2>\n<p>&#8222;Ich halte grunds\u00e4tzlich nichts von Gro\u00dfraumb\u00fcros, schon allein wegen des L\u00e4rmpegels. Gro\u00dfraumb\u00fcros sind wie Legebatterien, es ist eine rein \u00f6konomische Strategie, viele Leute auf wenig Platz unterzubringen&#8220;, <a title=\"20 Minuten Mittagsschlaf f\u00fcr alle\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/berufsleben\/20-minuten-mittagsschlaf-fuer-alle-a-843341.html\">sagt<\/a> Arbeitspsychologe und Mediziner Michael Kastner im Interview.<br \/>\nDass Gro\u00dfraumb\u00fcros f\u00fcr viele ein Problem sind, wird auch deutlich, weil es hierf\u00fcr <a title=\"Tipps bei L\u00e4rmbelastung\" href=\"http:\/\/www.haufe.de\/arbeitsschutz\/gesundheit-umwelt\/tipps-bei-laermbelastung-im-grossraumbuero_94_175308.html\">Tipps bei L\u00e4rmbelastung<\/a> gibt oder den <a title=\"Der Knigge f\u00fcrs Gro\u00dfraumb\u00fcro\" href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/beruf\/arbeitsalltag-der-knigge-fuers-grossraumbuero\/8067330.html\">Knigge f\u00fcrs Gro\u00dfraumb\u00fcro<\/a>.<br \/>\nBei einer Untersuchung in der Schweiz stellten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule Luzern fest, &#8222;<a title=\"Arbeitssituation in kleinen B\u00fcros besser als in grossen\" href=\"http:\/\/www.seco.admin.ch\/aktuell\/00277\/01164\/01980\/?lang=de&amp;msg-id=32816\">dass bei Arbeitnehmenden in Grossraumb\u00fcros vermehrt gesundheitliche Symptome und krankheitsbedingte Absenzen auftraten.<\/a>&#8220; Was Arbeitgeber hier interessieren sollte \u2013 wenn schon die einzelne Mitarbeiterin oder der einzelne Mitarbeiter nicht soviel z\u00e4hlt \u2013 ist der Punkt, dass die Anzahl der Krankheitstage von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Gro\u00dfraumb\u00fcros h\u00f6her ist, als bei kleineren R\u00e4umen.<\/p>\n<h2>Gro\u00dfraumb\u00fcro? Nein, danke.<\/h2>\n<p>Es sieht so aus: Gro\u00dfraumb\u00fcros sind kein sch\u00f6ner Ort zum Arbeiten. Und sie f\u00fchlen sich noch viel unterirdischer an, wenn man sieht, dass &#8222;<a title=\"Gro\u00dfraumb\u00fcro: Ein Raum f\u00fcr alle\" href=\"http:\/\/www.aponet.de\/gesundheit-und-beruf\/arbeit-im-grossraumbuero.html\">der Chef oft noch in einem repr\u00e4sentativen Einzelb\u00fcro<\/a>&#8220; sitzt.<br \/>\nDie\u00a0<a title=\"Keine H\u00fchner in K\u00e4figen\" href=\"http:\/\/www.mz-web.de\/wirtschaft\/landwirtschaft-kaefighaltung-fuer-huehner-endet-ende-2008,20642182,18321616.html\">K\u00e4fighaltung f\u00fcr H\u00fchner endete 2008<\/a>, aber f\u00fcr Menschen gilt dies nicht. Hier hei\u00dft der Ort auch nicht &#8222;K\u00e4fig&#8220;, sondern &#8222;Gro\u00dfraumb\u00fcro&#8220;. Gehackt, gestresst und gespart wird aber auch hier.\u00a0Gro\u00dfraumb\u00fcro? Nein, danke.<\/p>\n<h2>Update<\/h2>\n<p>Auch hier wird gegen Gro\u00dfraumb\u00fcros argumentiert:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/pulse\/bitte-h\u00f6rt-auf-gro\u00dfraumb\u00fcros-zu-schaffen-es-n\u00fctzt-keinem-wagner?trk=eml-b2_content_ecosystem_digest-recommended_articles-57-null&amp;midToken=AQGavwO0W1g3CA&amp;fromEmail=fromEmail&amp;ut=2dD5xpLpu8k7g1\" target=\"_blank\">Bitte h\u00f6rt auf Gro\u00dfraumb\u00fcros zu schaffen! Es n\u00fctzt keinem etwas!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gro\u00dfraumb\u00fcro ist ein Raum, in dem viele B\u00fcroarbeitspl\u00e4tze untergebracht sind. Es gibt Argumente, die f\u00fcr ein derartiges Konzept sprechen und viele Gr\u00fcnde, sich gegen einen solchen Arbeitsplatz zu entscheiden. 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