Ronald Reagan? Der Schauspieler? Ha!

Eine meiner absoluten Lieblings-Szenen aus dem Film Zurück in die Zukunft: Marty McFly ist mit der von Doc Brown 1985 gebauten Zeitmaschine im Jahr 1955 gestrandet und weiß sich nicht anders zu helfen, als den damaligen Doc Brown um Hilfe zu bitten. Der ist aber ob der Zeitreise-Geschichte des ihm fremden Jungen misstrauisch:

Doc Brown: „So, tell me, future boy … who’s president of the United States in 1985?“
Marty McFly: „Ronald Reagan.“
Doc Brown: „Ronald Reagan? The actor? Huh! Then who’s Vice President? Jerry Lewis?“

Der kurze Ausschnitt ist auch bei YouTube zu finden:

Schauspieler, die zu Präsidenten werden, erschien den Leuten in den 50ern wahrscheinlich absurd. Ich muss gestehen, es wirkt auch im Jahr 2013 absurd auf mich.

Wo ist mein Hoverboard?
Falls ihr euch fragen solltet, wo denn endlich das Hoverboard bleibt, denn schließlich müsste es so langsam mal in Produktion gehen, wenn wir in zwei Jahren wirklich damit fahren/fliegen wollen. Eine noch – von heute aus gerechnet – 42 Tage dauernde Crowdfunding-Aktion soll ein solches Gefährt ermöglichen.

Und wenn ihr nicht wisst, was ein Hoverboard ist, dann schaut euch alle drei Teile von Zurück in die Zukunft an, es lohnt sich auch heute noch.

Second Life lebt

Laaaaaaaaaaaaaang ist es her, als es einen Riesen-Hype um diese neue Sau namens „Second Life“ im digitalen Dorf gab und lange Zeit dachte ich, dass diese Sau schon längst von irgendeinem Investor geschlachtet, bis zur Unkenntlichkeit filetiert und verkauft worden sei.

Aber nein, siehe da, „Second Life“ hat gerade den zehnten Geburtstag gefeiert und lebt gar nicht mal so schlecht. So verzeichnet der Dienst nach eigenen Angaben über 1 Million aktiver Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Virtuelle Güter im Werte von 3,2 Milliarden US-Dollar wechselten in den zehn Jahren ihre Besitzerin oder ihren Besitzer.

Zwar hat Second-Life-Betreiber Linden Lab noch 2011 etwa 30 % seines Personals entlassen müssen, aber Second Life arbeitet profitabel und erzielt einen Jahresgewinn von 75 Millionen US-Dollar. Ich bin überrascht.

Zu guter Letzt ein Hinweis auf eine Pseudo-Doku über Second Life namens „Mein Avatar und ich„, die ich vor kurzem auf Arte gesehen habe. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was ich von dieser halb-fiktionalen Doku halten soll; ich schwanke zwischen Faszination und Zeitverschwendung; so etwas passiert mir recht selten, also scheint irgendwas an der Sache dran zu sein.

Für mehr Bier in Büros

Zwei meiner Lieblingsgetränke: Kaffee und Bier. Beide haben ihre Vorzüge, die in sehr unterschiedlichen Bereichen liegen. Ganz begeistert bin ich über eine Grafik, die recht deutlich die Wirkungsweise und die Wirkungsorte beider Flüssigkeiten zeigt und wie sie sich einsetzen lassen. Das Ganze basiert auf einem Artikel von Mikael Cho.

Kaffee als Treibstoff für den schaffenden Menschen ist in Büros seit Jahrzehnten im Einsatz. Bier in Büros ist allerdings eher die Ausnahme, dabei könnte Bier für einen kreativen Umbruch sorgen.

So sorgt der Alkohol im Bier dafür, dass das Gehirn weniger fokussiert ist und dabei die auftauchenden Gedanken weniger filtert. Nach etwa zwei Bier sei das Gehirn am kreativsten, denn der Mensch mache sich weniger Sorgen über die Konsequenzen des Gedachten. Übertreibt man mit dem Bierkonsum jedoch verkehrt sich der Effekt ins Gegenteil. Wie bei so vielen Substanzen kommt es auf die Dosis an.

So also hier ein Vorschlag: Gemeinsames Biertrinken im Büro während eines Kreativ-Meetings!

Analoges Kopieren

Früher hatten wir unsere Musik auf Kassetten. Schallplatten waren eher etwas für unsere Eltern. Wir coolen Kids packten unsere Kassetten in unseren Walkman. Wollten wir die Musik kopieren, dann brauchten wir ein Doppelkassetten-Deck und nicht jeder hatte sowas.

Das Kopieren allerdings war nicht einfach Klicki-Bunti gemacht, sondern ging in Echtzeit: 90-Minuten-Musik zu kopieren benötigte … 90 Minuten. Das Praktische dabei war, dass man während des Kopiervorgangs die Musik gemeinsam hören konnte. Es gab Kassetten-Rekorder, die das Vervielfältigen in doppelter Geschwindigkeit erledigten, was jedoch auf Kosten der Qualität ging und das kam für unsere Chrom-Dioxid-Magnetbänder nicht in Frage.

Was ich bisher nicht wusste: Man kann auch Schallplatten kopieren, wie das Bild zeigt. Im Gegensatz zum Überspielen von Kassetten sieht das Vervielfältigen von Vinyl-Platten eher wie ein Chemie-Einführungskurs aus. Ich frage mich, ob die Kopie genauso gut klingt wie die Original-Scheibe …

Das Bild stammt von she-was-a-psychedelicc-mess.tumblr.com

Augen wie Augen aussehen lassen

Mad Men anyone? Es ist natürlich etwas billig, eine Werbung aus dem Zusammenhang ihrer Zeit zu reißen und zur Schau zu stellen, aber an dieser hier kam ich einfach nicht vorbei: Das Motiv – ein recht typisches Vorher-Nachher – stammt aus dem Jahr 1964 und wirkt unheimlich auf mich, was sehr wahrscheinlich nicht das Ziel der Werbetreibenden und ihres Kunden war.

Creepy!

Black Sabbath „13“ kostenlos bei iTunes hören [Update]

Nachdem letzte Woche Queens of the Stone Age kostenlos über iTunes gestreamt werden konnten, sind diese Woche Black Sabbath mit ihrer kommenden Platte „13“ dran: iTunes-Link

Das außergewöhnliche an diesem Album ist, dass sich die Gründungsmitglieder nach Jahrzehnte währenden Klagen und Gegenklagen nun wieder für ein gemeinsames Werk zusammengerauft haben. So sind Sänger Ozzy Osbourne, Gitarrist Tommy Iommi und Basser Geezer Butler dabei, lediglich Schlagzeuger Bill Ward ließ sich die Gelegenheit zu einer erneuten Zusammenarbeit entgehen.

Das letzte gemeinsame Album in Originalbesetzung haben Sabbath 1978 mit „Never Say Die!“ veröffentlicht, das – ehrlich gesagt – das schwächste Werk der gemeinsamen Schaffensperiode sein dürfte. Ich bin sehr gespannt, wie die neuen, alten Rocker nun klingen. Produziert wurde die Platte übrigens vom berüchtigten Rick Rubin, der wahrscheinlich der einflussreichste Produzent derzeit im Genre sein dürfte, allerdings muss er sich auch vorwerfen lassen das „Lautheits-Wettrennen“ mit in die Wege geleitet zu haben. Daher steigt die Spannung abermals, denn ich möchte wissen, wie „13“ produziert ist: Kann man laute und leise Töne wahrnehmen, oder bekomme ich eine Wand aus bis zum Anschlag gesteuerten Pegeln, die keine Differenzierung mehr zulassen?

Hört’s euch an und bildet euch ne Meinung: iTunes-Link zu „13“

[Update]
Nach dem ersten Hören halte ich hiermit fest, dass diese Platte bei mir keine Begeisterungsstürme in Gang setzt. Vielleicht muss man ihr – wie so vielen Alben auch – etwas Zeit geben. Rick Rubin hat den Sound nicht zerstört, die Gitarren klingen erdig, Ersatzschlagzeuger Brad Wilk (ehemals Rage Against the Machine) macht seine Sache sehr ordentlich und lässt Bill Ward nicht vermissen. Ozzys Stimme hat noch mehr gelitten, ihre Unverkennbarkeit ist aber immer noch vorhanden.

Ein besonderes Bonbon erwartet den Fan in den letzten Sekunden des Albums, nämlich dann wenn ein Regenschauer samt Donnergrollen zu hören ist. Mit dem Klang des fallenden Regens verabschieden sich Black Sabbath von ihren Hörerinnen und Hörern ihres neuesten Werks. Bei ihrem Erstling – Black Sabbath – von 1970 begrüßten sie die Hörerinnen und Hörer mit einem eben solchen Gewitter.

Ruhe in Frieden, Ray

Am 20. Mai 2013 verstarb Ray Manzarek mit 74 Jahren an Krebs. Er war 1965 Mitbegründer von The Doors, die sich mit ihrem Psychedelic Rock für immer in die Musikgeschichte gespielt haben.

Nach diesem sehr nachrichtlichen Beginn nun ein paar persönliche Worte: Als Teenie hatte ich eine sehr lange Beatles-Phase. Zu Beginn meiner Teenager-Jahre waren es die Alben 1962–1966 – um genau zu sein – bis einschließlich Revolver. Später verschob sich das, und ich konnte die Beatles frühestens ab Rubber Soul hören, und lernte ihre musikalische Experimentierfreude zu schätzen. Gerade diese Experimentierfreude führte direkt zu den Doors.

In mein Ohr hatte sich die Band bereits mit „Light my Fire“ gespielt, ohne dass ich wusste, von wem das Lied war. Insbesondere die Einleitung auf der Hammondorgel war mir immer im Gedächtnis geblieben, und dieses Orgelspiel stammte von Ray Manzarek. Die Doors – bestehend aus Sänger Jim Morrison, Gitarrist Robby Krieger, Schlagzeuger John Densmore und Organist Ray Manzarek – spielten in einer für eine Rock-Band absolut atypischen Besetzung, denn sie hatten keinen Bass-Gitarristen. Um die notwendigen Bassläufe kümmerte sich Manzarek mit linken Hand – im wahrsten Sinn des Wortes.

Es ist schade, dass bei den Doors Jim Morrison so viel mehr Aufmerksamkeit bekommen hat und noch heute bekommt. Krieger, Manzarek und Densmore waren fantastische Musiker, ohne die es die Doors niemals hätte geben können – keiner der vier war austauschbar.

Ruhe in Frieden, Ray.

Hörtipps zu Manzareks Orgelspiel:
Light my Fire
People are Strange
L.A. Woman
Rider on the Storm

Khan Academy stellt eine gefährliche Form des Selbstbetrugs dar

Viele werden bereits von der Khan Academy gehört oder gelesen haben. Mit dem Motto „Learn almost anything for free.“ möchte das Projekt allen lernwilligen Menschen weltweit eine Plattform bieten, um verschiedene Fächer wie Mathe, Informatik, Wirtschaft und Geschichte zu pauken.

Eigentlich ein tolles Projekt; Englischkenntnisse und einen Computer mit Internetanbindung vorausgesetzt kann man sich weiterbilden oder sich die Bildung aneignen, die in der Schule – aus welchem Grund auch immer – nicht vermittelt wurde oder vermittelt werden konnte. Angesagte Philanthropen wie Bill Gates unterstützen das Projekt.

In einem kritischen Beitrag mit dem Titel „Khan Academy: It’s Different This Time“ auf mathalicious.com werden verschiedene Argumente genannt, inwiefern die von Sal Khan ins Leben gerufene Khan Academy nicht das Maß aller Dinge ist, sondern eine gefährliche Form des Selbstbetrugs.

In aller Kürze heißen diese Argumente:
– Die Unterrichtsmethode ist weder innovativ noch wirklich gut.
– Das Gros der Khan-Academy-Mitarbeiter besteht aus Informatikerinnen und Informatikern nicht aus Pädagoginnen und Pädagogen.
– Gamification ist keine wirkliche Antwort auf vermeintlich fehlende Lernmotivation.
– In vielen Bereichen mag Technologie lästige Tätigkeiten vereinfacht und beschleunigt haben, das Lernen lässt sich aber nicht von einem Tag auf den anderen vereinfachen und beschleunigen.
– Es fehlt der Ehrgeiz, Bildung in großem Stil zu verbessern. Die Khan Academy ist da ein willkommenes Feigenblatt.
– Bildung mutiert zu einem Selbstbedienungsladen, aus dem sich vermeintlich Lernwillige nach Lust und Laune bedienen können, ohne eine Systematik oder Strategie im Hinterkopf zu haben.
Khan Academy steht hilfreicheren Projekten im Weg.
Khan Academy mag kostenlos sein, aber es hat langfristig einen sehr hohen Preis.
Khan Academy kann eine tolle Nachhilfe sein, es kann aber eine Ausbildung nicht ersetzen.

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