Da mi basia mille

Mein lang vergessenes und nun wiederentdecktes Carmen #5 von Catull. Good times!

Vivamus, mea Lesbia, atque amemus

Vivamus, mea Lesbia, atque amemus
Rumoresque senum severiorum
Omnes unius aestimemus assis!

Soles occidere et redire possunt:
Nobis cum semel occidit brevis lux,
Nox est perpetua una dormienda.

Da mi basia mille, deinde centum,
dein mille altera, dein secunda centum,
deinde usque altera mille, deinde centum.

Dein, cum milia multa fecerimus,
conturbabimus illa, ne sciamus
aut ne quis malus invidere possit,
cum tantum sciat esse basiorum.
(Gaius Valerius Catullus)

Lass uns leben, mein Mädchen, und uns lieben

Lass uns leben, mein Mädchen, und uns lieben,
Und der mürrischen Alten üble Reden
Auch nicht höher als einen Pfennig achten.

Sieh, die Sonne, sie geht und kehret wieder:
Wir nur, geht uns das kurze Licht des Lebens
Unter, schlafen dort eine lange Nacht durch.

Gib mir tausend und hunderttausend Küsse,
Noch ein Tausend und noch ein Hunderttausend,
Wieder tausend und aber hunderttausend!

Sind viel tausend geküsst, dann mischen wir sie
Durcheinander, dass keins die Zahl mehr wisse
Und kein Neider ein böses Stück uns spiele,
Wenn er weiß, wie der Küsse gar so viel sind.
(Übersetzung: Eduard Mörike)

Ich habe ein Problem

Ich habe einen Fehler gemacht. Damals 2008 als Facebook für uns hier der neue heiße Scheiß war, habe ich mir mit meinen echten Daten ein Konto eingerichtet. Es war ja auch klar: Ich wollte von Freunden aus England und den USA gefunden werden. Sie waren es schließlich ja auch, die mir immer wieder Facebook nahegelegt hatten. Nun bereue ich, dass ich der Datenkrake gegenüber so ehrlich war. Das gilt übrigens genauso für Google+.

Weder bin ich der erste, der sich Gedanken über die eigenen Daten macht, noch der konsequenteste. Viele Anwender haben bereits ihr Konto beim Social-Network-Moloch gelöscht oder posten per Pseudonym. Ich möchte gerne mein Entwicklerkonto bei Facebook behalten, daher kommt Löschen für mich nicht in Frage.

Darüber hinaus denke ich, dass das Löschen des eigenen Kontos gar nicht so viel bringt, denn dadurch werden die bereits gespeicherten Daten lediglich nicht mehr aktualisiert oder ergänzt; ich glaube nicht, dass Facebook die Daten tatsächlich unwiederbringlich von den eigenen Servern entfernt.

Mein Facebook-Browser

Seit etwa zwei Jahren besuche ich Facebook ausschließlich mit Firefox. Mein Hauptbrowser ist Safari. Auf diese Weise bleiben alle digitalen Facebook-Spuren innerhalb von Firefox und haben keine Konsequenzen auf mein Surfverhalten in Safari. Somit sollte Facebook mich nicht mithilfe der Seiten mit Facebook-Anbindung tracken können, denn mit Firefox besuche ich keine anderen Seiten.

Vom iPhone habe ich die Facebook-App vor etwa anderthalb Jahren entfernt und anschließend das Betriebssystem neu aufgespielt. Sicher ist sicher. 🙂

Eine Idee

Gefällt mir nicht
Gefällt mir nicht

Die einzige Strategie, die ich sehe, ist, die gespeicherten Daten stetig unbrauchbar zu machen, indem ich willkürlich Seiten hinzufüge, die mir nichts bedeuten. Ich gehe also los, und klicke auf „Gefällt mir“ bei irgendwelchen Seiten, die mir Facebook in den Werbeflächen und in meiner Timeline einblendet. Außerdem klicke ich in den „Infos über mich“ wahllos Bücher, Musik und Filme an, die ich angeblich gesehen habe, sehen möchte oder die mir angeblich gefallen. Auf diese Weise hoffe ich, meine tatsächlichen Interessen in einem Rauschen von zufällig Ausgewähltem zu verschütten. Nach ein paar Wochen oder Monaten mit dieser Taktik sollte mein Persönlichkeitsprofil bei der Datenkrake völlig verschwommen sein.

Sollten wir also – liebe Leserin, lieber Leser – über Facebook verbunden sein, so wundere dich bitte nicht über die seltsamen Seiten, die mir in letzter und nächster Zeit gefallen und denke dir nichts dabei, wenn die Vielzahl und Vielfalt meiner medialen Interessen zunimmt und womöglich Richtungen einnimmt, die dir gänzlich unbekannt an mir sind. All diese angeblichen Interessen haben keine, wirklich gar keine Bedeutung.

Abgesang auf LucasArts – Loblied auf Loom

Vergangene Woche machte die Nachricht die Runde, dass das legendäre Spiele-Studio LucasArts keine eigenen Computerspiele mehr entwickeln, sondern nur noch als Lizenzgeber auftreten werde. Als Fan diverser Spiele von damals Lucasfilm Games nahm ich das einerseits mit leichter Enttäuschung andererseits mit mäßiger Gleichgültigkeit zur Kenntnis, denn seit Jahren hat das Studio nichts mehr veröffentlicht, was mich begeistert hätte.

Über die letzten Tage und die vielen Meldungen vom Entwicklungsstopp bei LucasArts kamen mir dann doch viele faszinierte Stunden vor dem C64 und dem Pentium 90 in den Sinn. Da war Maniac Mansion: Ein Spiel, das mich zwar interessiert, aber komischerweise nie so richtig gefesselt hatte; dann das fantastische Zak McKracken: Das habe ich durchgespielt, wahrscheinlich konnte ich mich schon damals eher mit dem Boulevard-Reporter identifizieren. Day of the Tentacle, Outlaws war allein schon durch die Spaghetti-Western-Atmosphäre beeindruckend; die Rufe der zahlreichen Gegner – „You’re outnumbered!“ – höre ich immer noch, Monkey Island, Indiana Jones. Einen besonderen Platz nimmt für mich TIE Fighter ein: Unvergessen die Missionen, in denen man mit Darth Vader gemeinsam gegen die Rebellen flog.

Ja, es sind viele tolle Erinnerungen an viele verdaddelte Stunden. Good Times.

Star Wars, Star Wars, Star Wars und immer an das Erbe denken

Schaut man sich aber das letzte Jahrzehnt an der LucasArts-Spiele an, stellt man fest, dass außer immer neuem Star-Wars-Gedöns kaum etwas passierte ist – wenn nicht gerade auf der Retro-Welle geschwommen wurde und die Helden von früher auf neu getrimmt wurden. Insofern wird man das Studio kaum für diese Zeit vermissen.

Loom rUleZ

Das für mich schönste Spiel aus dem LucasArts-Universum ist aber das wunderbar poetische Loom. Das hübsche kleine Point-And-Click-Adventure steht etwas im Schatten der großen Klassiker, denn es ist recht einzigartig: Weder lebt es mehrheitlich von schrägem Humor, noch geschieht die Steuerung über das übliche Point-And-Click-Verfahren. Als Spieler manipuliert man seine Umwelt über Melodien, die man spielt. Im Laufe des Spiels lernt man immer mehr und immer komplexere Melodien, die weitere Möglichkeiten eröffnen. In der schwierigsten der drei Spielstufen spielt man die Melodien auswendig nach Gehör. Die Handlung entspricht einem klassischen Bildungsroman: Das Spiel beginnt am 17. Geburtstag von Bobbin Threadbare, der vom Spieler gesteuerten Hauptfigur.

Wer möchte, kann sich auf YouTube das gesamte Spiel in einem Amiga Longplay ansehen und wer die Möglichkeit hat, das Adventure über SCUMM zu spielen, sollte die Chance unbedingt nutzen. Das Spiel ist auch über Steam erhältlich.

LaTeX an die Macht

Vielen ist das Textsatzsystem LaTeX (gesprochen: „Latech“) zwar bekannt, aber die Scheu vor dem Einsatz ist groß. LaTeX gilt als kompliziert und kryptisch. Tatsächlich ist die Lernkurve recht steil, hat man die jedoch gemeistert, gibt es für längere Texte nichts Besseres, denn die durch das Textsatzsystem produzierte Ausgabe sieht sehr gefällig aus.

Im Gegensatz zu gängigen Textverarbeitungen wie OpenOffice Writer oder Microsoft Word basiert das Arbeiten mit LaTeX nicht auf WYSIWYG, man sieht also häufig nicht sofort, wie der Inhalt, den man produziert, tatsächlich aussieht. Man schreibt und verwendet – ähnlich wie bei HTML – Auszeichnungen innerhalb des Textes, die als Befehle für den TeX-Compiler funktionieren. Nach einem Klick auf den „Setzen“-Knopf läuft – vereinfacht gesagt – ein Skript über das Geschriebene, interpretiert die eingebundenen Befehle und erzeugt ein PDF, das professionell gesetzt aussieht.

Es führt zu weit, hier einen Einstieg in LaTeX zu geben, aber erste Anlaufstellen könnten folgende Seiten sein:

LaTeX-Projekt: Die englischsprachige Hauptseite rund um LaTeX.
LaTeX: Die deutschsprachige Wikipedia-Seite zu LaTeX
LaTeX-Kompendium: Ein deutschsprachiges Kompendium als Beginn

Meine Hauptempfehlung ist aber die Seite LaTeX Templates. Hier finden sich viele Vorlagen, mit deren Hilfe man recht schnell mit eigenen Texten loslegen kann.

Meine Podcast-Empfehlungen

„Sag mir, welche Podcasts du hörst, und ich sag dir, wer du bist“. In diesem Sinne stelle ich meine derzeitigen Lieblings-Podcasts vor.

Fanboys

Die „Fanboys“ bestehen meistens aus drei Personen: Dominik, Marcel und Martin. Die drei nehmen in ihrem wöchentlichen Podcast Stellung zu aktuellen Ereignissen rund um die Apple-Welt, wagen auch Ausflüge zu Spielen und Spielekonsolen und geben manchmal Hilfestellung bei Problemen mit Soft- und Hardware.
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Bits und so

Auch „Bits und so“ ist ein wöchentlicher Podcast. In häufig wechselnder Besetzung unterhalten sich die Jungs rund um Timo Hetzel bei einer Mate locker über aktuelle Geschehnisse in der Apple-Welt und darüber hinaus.
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Alternativlos

Bei diesem doch recht unregelmäßig erscheinenden Podcast geht es um „Politik, Technik, Verschwörungstheorien“. Auch wenn sich die beiden Moderatoren teilweise recht zynisch mit Themen auseinandersetzen, beeindruckt doch der für den Podcast betriebene Recherche-Aufwand.
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Back To Work

Aus Dan Benjamins 5by5-Netzwerk gehört der wöchentliche, englischsprachige Podcast „Back To Work“ zu den besten Podcasts des Netzwerks. Dan Benjamin und Merlin Mann unterhalten sich über Comics, Kindererziehung, Musik, Filme und manchmal auch – darum soll es in dem Podcast eigentlich gehen – um Produktivität ohne esoterischen Schnickschnack.
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The Talk Show with John Gruber

Der US-Amerikaner John Gruber ist bei der Berichterstattung rund um Apple eine feste Größe. Auf seiner Seite daringfireball.net nimmt er Stellung zu aktuellen Tech-Ereignissen und kommentiert auch die Berichterstattung anderer Medien – manchmal mit angenehm drastischen Worten.
In seinem wöchentlichen Podcast hat er einen Gast, mit dem er sich über Aktuelles unterhält oder auch seiner Leidenschaft für die Filme von Stanley Kubrick freien Lauf lässt.
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Debug

Der noch recht neue wöchentliche Tech-Podcast von US-Amerikaner Rene Ritchie und dem Kanadier Guy English hat immer einen Gast dabei, der oder die aus der Entwickler-Szene stammt. Zu Beginn fragen die beiden Moderatoren immer, wie der Gast zum Programmieren kam und unterhalten sich anschließend über den Werdegang des Gasts. Auch wenn sich das relativ trocken anhört, sind doch immer interessante Anekdoten dabei.
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Bitsplitting

Der jüngste Podcast ist ebenfalls ein Entwickler-Podcast, den der US-amerikanische Mac-Entwickler Daniel Jalkut ins Leben gerufen hat. Jalkut lädt sich ebenfalls einen Gast ein und gemeinsam unterhalten sich die beiden in Interview-Form über den Lebenslauf und die derzeitige Tätigkeit des Gasts. Alle zwei Wochen soll eine neue Folge erscheinen.
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Google Reader hilft beim Erwachsenwerden

tl;dr: Danke, Google, für diese Lektion.

Seit über zehn Jahren setze ich keine Raubkopien mehr ein. Damals war ich ein Student und empfand den Einsatz von kopierter Software als Bagatelldelikt. Es ist klar: Diebstahl bleibt Diebstahl – weil ich die Software nicht bezahlen kann, habe ich keineswegs das Recht, diese einfach unlizensiert zu verwenden. Dennoch denke ich bis heute, dass Menschen in der Ausbildung bei derartigen Vergehen nicht zu hart verfolgt werden sollten, wenn sie die raubkopierte Software weder verkaufen noch mit ihrem Einsatz Geld verdienen.

Was hat das Ganze mit der angekündigten Einstellung von Google Reader zu tun?
Nun, Google Reader war – wie so viele Google-Dienste – kostenlos und nun hat der Software-Konzern angekündigt, zu Anfang Juli den Stecker bei Google Reader zu ziehen. Hätte Google mit „Reader“ Geld verdient, bliebe der Dienst bestehen. Oftmals ist es sinnvoll, für einen Service zu bezahlen, wenn man sich darauf verlässt, denn dann ist die Chance größer, dass ein Dienst Bestand haben wird.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Software-Konzern aufräumt und Angebote beendet, die entweder erfolglos waren oder nicht mehr der Firmen-Strategie entsprechen. Google Wave war für mich so ein Beispiel, aber damals habe ich die Konsequenzen nicht gezogen. Dieses Mal kommt mir ein etwas bedrohlicher Gedanke: Welchen kostenlosen Google-Dienst, den ich einsetze, wird Google als nächstes einstellen? Das Beenden von „Reader“ mag für Google ein kleiner Schritt sein, für Menschen, die auf Basis digitaler Nachrichtenverbreitung arbeiten, ist es ein riesiger und dieses Mal ziehe ich für mich Konsequenzen. Mein RSS-Reader unter OS X und iOS heißt Reeder. Der Entwickler arbeitet daran, neben Google Reader auch andere Dienste zu unterstützen, wie beispielsweise Feedly. Dorthin werde ich umziehen.

Ich bezeichne mich bereits als erwachsen. Ich arbeite und erwarte, für meine Tätigkeit bezahlt zu werden. In diesem Sinne bin ich bereit Andere zu bezahlen, wenn ich die Produkte ihrer Arbeit verwende, die Zeit der Raubkopien ist lange vorbei. Es ist nun für mich an der Zeit, auf die kostenlosen Services zu verzichten, wenn deren Anbieter kein Geschäftsmodell haben. Das Ausspähen meiner Daten, um mir personalisierte Werbung anzuzeigen, mag ein Geschäftsmodell sein – es ist aber keins, das mir gefällt. Somit ziehe ich jetzt für mich den Stecker bei derartigen Diensten.

Nichts ist kostenlos, auch wenn es oberflächlich so erscheinen mag. Danke, Google, für diese Lektion.

Nützliche Links für Google-Reader-Alternativen:

Daten aus Google Reader exportieren

Mshable mit Reader-Alternativen

spiegel.de mit Reader-Alternativen

lifehacker.com mit Reader-Alternativen

CNet mit Reader-Alternativen

11 Reader-Alternativen von venturebeat.com

Eigene Text-Abenteuerspiele unter OS X schreiben

Damals in den 1980ern hatten alle einen C64, zumindest in meinem Umfeld und wir hatten einen großen Spaß, Dinge in BASIC auszuprobieren. Großen Spaß hatten wir textbasierte Abenteuerspiele zu schreiben; Zork dürfte das bekannteste Beispiel für ein derartiges Spiel sein.

Gutes Englisch vorausgesetzt kann man mithilfe der Software Inform Abenteuerspiele selbst schreiben; großartige Programmierkenntnisse sind nicht nötig. Laden lässt sich Inform auch für Mac OS X von der folgenden Seite: Inform-Download

Die Entwicklerinnen und Entwickler von Inform machen es künftigen Spiele-Autorinnen und Autoren recht leicht, indem sie zahlreiche Anleitungen bereitstellen. So gibt es beispielsweise ein Einführungsvideo und auch viele Dokumente, die zum Anfang eine große Hilfe sind.

Kreuzung: Literatur und Programmierung

Technology and Liberal Arts
Technology and Liberal Arts von Steve Jobs

Insbesondere Text-Abenteuerspiele am Rechner sind ein tolles Beispiel für das Verknüpfen von Literatur und Programmierung. Zwar sind Erzählungen auch in einer Vielzahl von Spielen mit grafischem Schwerpunkt zu finden, aber bei Text-Abenteuerspielen ist das sehr offensichtlich.

Die Verknüpfung von Kunst und Technologie ist hierbei nichts bahnbrechend Neues: Beim Betriebssystem Unix ist alles eine Datei, zumeist textbasiert. Hier gehen manche sogar so weit und bezeichnen Unix als Literatur.

Auch Steve Jobs war es eine Herzensangelegenheit auf die Vereinbarkeit von Kunst und Technologie hinzuweisen: „Technology married with the humanities make our hearts sing.“

Insofern: Brecht auf und erschafft Literatur mit dem Werkzeug von Inform!

Glückwunsch Objective-C

So wie Graham Lee vor mir habe auch ich vergessen, dass die Programmiersprache Objective-C in diesem Januar 30 Jahre alt geworden ist. 1983 haben die beiden Informatiker Brad Cox und Tom Love in einem Artikel eine objektorientierte Variante der Sprache C beschrieben, die später unter dem Namen Objective-C bekannt werden sollte.

Interessant ist, dass sich Brad Cox während der Entwicklung von Objective-C mit Bjarne Stroustrup dem Entwickler des recht bekannten C-Derivats C++, traf. Beide hatten eine sehr unterschiedliche Sichtweise auf eine objektorientierte Version von C; während Stroustrup sich an Simula orientierte, nahm sich Cox Smalltalk als Vorbild. Die Konsequenz von Cox‘ Entscheidung sieht man sehr schnell an der Verwendung der von Smalltalk inspirierten eckigen Klammern, die Objective-C-Neulingen immer ein paar Fragezeichen ins Gesicht zaubern.

Der Grund für Cox und Love, sich der Entwicklung von Objective-C zu verschreiben, lag im Wunsch begründet, die Schwierigkeiten von C beim Entwickeln von wiederverwertbarem Code zu beseitigen, wie Cox in einem Interview selbst erzählt. Anfang der 1980er war das Konzept des objektorientierten Programmierens lediglich in Forschungslaboren im Gespräch und man wollte dem Thema mehr Öffentlichkeit verschaffen.

1988 verhalf der Computerhersteller NeXT der Sprache zu mehr Aufmerksamkeit, als das Unternehmen Objective-C lizensierte, in die GNU Compiler Collection (GCC) integrierte und somit der gesamten Entwicklergemeinde zur Verfügung stellte.

1996 kaufte Apple den damaligen Software-Hersteller NeXT und Objective-C samt Entwicklungsumgebung (IDE) und Frameworks waren im Paket mit dabei. Die IDE hieß damals Project Builder. Sie wurde bei Apple erweitert und 2003 in das heutige Xcode umbenannt.

Objective-C selbst änderte sich erst 2006, als Apple auf der Worldwide Developers Conference (WWDC) weitreichende Änderungen an der Sprache vornahm. Syntax-Vereinfachungen, 64-Bit-Unterstützung und viele weitere Neuerungen hielten Einzug, so dass es legitim war, ab dann von Objective-C 2.0 zu sprechen. Damit stoppte die Pflege aber nicht, denn auch auf der letztjährigen WWDC führte Apple weitere Vereinfachungen ein.

Endgültig im Mainstream angekommen ist die Programmiersprache im Jahr 2011 als sie zur Sprache des Jahres gewählt wurde. Eine Ehre, die der Sprache 2012 gleich noch einmal zuteil wurde.

30 ist ein gutes Alter. Nicht so alt, um verbohrt zu sein, aber auch nicht so jung, um wilde Experimente zu starten. Von daher … Glückwunsch, Objective-C! Auf die kommenden 30 Jahre!

Erfahrungen: Ein Jahr iTunes Match im Einsatz

Seit einem Jahr habe ich nun den Musikdienst iTunes Match abonniert, so dass ich auf einige Erfahrung zurückblicken kann. Mein Fazit in kürzester Form: Ich habe den Dienst gerade um ein weiteres Jahr verlängert.

Was ist iTunes Match?

iTunes Match ist ein Dienst von Apple, der mir für 25 Euro pro Jahr die Möglichkeit gibt, meine gesamte Musikbibliothek in der Cloud zu speichern und jederzeit – Empfang vorausgesetzt – zu hören.
Mir ist so ein Dienst wie Spotify durchaus bekannt, aber ich bin kein Freund des Spotify-Konzepts, denn als Musik-Nerd möchte ich meine Musik nicht mieten – ich möchte, dass sie meine Musik ist; da bin ich konservativ.
Sollte ich iTunes Match eines Tages kündigen, dann gehört die Musik immmer noch mir, ich verliere lediglich den Komfort, immer und überall meine Songs hören zu können.

iTunes-Match-Besonderheiten

Beim erstmaligen Einrichten werden alle in der iTunes-Musikbibliothek enthaltenen Songs mit dem iTunes Music Store abgeglichen. Ist ein Lied aus der eigenen Musikbibliothek auch im iTunes Music Store enthalten, wird das entsprechende Lied nicht hochgeladen, sondern sofort dem eigenen iTunes-Match-Konto zugeschrieben. Ist ein Lied aus der eigenen Musikbibliothek dem iTunes Music Store nicht bekannt und das Lied hat mindestens 128 KBit/s, dann lädt iTunes das Lied in die Cloud und stellt es allen mit der eigenen Apple-ID verknüpften Geräten zur Verfügung.

iTunes-Match-Erfahrungen

Gestartet ist iTunes Match im Dezember 2011. Ich habe mir den Dienst drei Monate aus der Nähe angesehen, bevor ich ihn bestellt habe, denn ich wollte wissen, ob auch alles so funktioniert, wie es angekündigt wurde.
In dem Jahr, seitdem ich dabei bin, gab es keine Probleme. Ich habe Songs über WLAN gehört und auch über 3G und EDGE. Es dauert über EDGE ein bisschen länger, bevor das Lied beginnt, aber auch das war nie ein Problem. Während man die Songs hört, wird im Hintergrund schon das nächste Lied geladen, so dass es keine längeren Pausen zwischen den einzelnen Liedern gibt.
iTunes Match ist allerdings nur für Musik. Andere Medien wie Filme, Hörbücher etc., die sich ja ebenfalls mit iTunes verwalten lassen, stellt der Dienst nicht zur Verfügung. Gerade bei Hörbüchern ist das schade, denn dabei handelt es sich ja ebenfalls um Audio und somit um ein Medium, das keine allzugroße Datenmenge beansprucht.
Eine praktische Sache: Ich teile mir mit meiner Frau die Apple-ID. Auf diese Weise haben wir gemeinsam und gleichzeitig Zugriff auf eine gigantische Musiksammlung.

Ein paar Zahlen

  • Kosten: 24,99 Euro im Jahr
  • Qualität: 256 KBit/s AAC ohne DRM
  • Anzahl Lieder: Maximal 25000 Songs – im iTunes Store gekaufte zählen dabei nicht mit
  • Anzahl Lieder (iTunes Music Store): 26 Millionen
  • Anzahl Geräte: Maximal zehn Geräte, darunter der eigene Rechner (Mac oder Win) sowie iPhone, iPod touch, iPad und Apple TV

Ein paar Tipps:

  • Bevor ihr iTunes Match einsetzt, sichert eure Musikbibliothek auf eine externe Festplatte, denn sicher ist sicher.
  • Wenn ihr iTunes Match auf eurem iOS-Gerät aktiviert, dann wird die auf dem iPhone, iPad oder iPod touch vorhandene Musik gelöscht. Man wird gewarnt, bevor das passiert und es ist auch nicht schlimm, denn die Musik ist ja in der Cloud, aber befremdlich ist es im ersten Augenblick schon.
  • Unter iOS könnt ihr einstellen, ob iTunes Match auch zur Verfügung stehen soll, wenn ihr ohne WLAN unterwegs seid. Hat man also einen Vertrag mit einem geringeren Datenvolumen, lohnt es sich, in den iOS-Einstellungen das Laden über das Telefonnetzwerk zu unterbinden.

3 Tipps für den iOS- und OS-X-Programmiereinstieg

Inzwischen wurde ich mehrmals gefragt, wie man denn in die Programmierung von iOS einsteigen könnte. Dazu möchte ich drei Einstiegsmöglichkeiten nennen: Stanford-Vorlesung, RyPress und das OpenBook Apps programmieren für iPhone und iPad aus dem Verlag Galileo Press.

Vor über zwei Jahren hatte ich an dieser Stelle auf diverse Einstiegspunkte hingewiesen (Teil 1, Teil 2 und Teil 3), insofern ist dieser Eintrag eine Aktualisierung und Präzisierung des Damaligen.

Apps für iPhone, iPod touch, iPad und auch den Mac programmiert man in einer Sprache, die Objective-C heißt. Seit mehreren Jahren steigt die Popularität der Sprache stetig an, so dass Objective-C 2011 und 2012 zur Programmiersprache des Jahres gewählt wurde. Ich verstehe den Respekt, den sogar manch erfahrene Programmiererin, manch erfahrener Programmierer vor dieser Sprache haben, denn die berüchtigten eckigen Klammern, „@“-Zeichen und Doppelpunkte lassen Objective-C recht kryptisch erscheinen. Hat man sich aber einmal darauf eingelassen und gibt der Syntax eine Chance, merkt man, wie lesbar im Vergleich zu Java (PDF: Objective-C and Java: a Comparison) oder C++ der Code ist, den Objective-C zum Schreiben einlädt, aber das mag auch ein Effekt der Gewöhnung sein. 🙂

Technische Voraussetzungen:

Ihr braucht einen Mac, der mindestens mit OS X 10.7 läuft. Ich empfehle als günstige Anlaufstelle für einen aktuellen Mac immer Apples Seite mit den generalüberholten Macs, denn dort lassen sich oftmals bis zu 15 Prozent vom Neupreis sparen. Als System finde ich das aktuelle OS X 10.8 besser als den Vorgänger OS X 10.7.
Als nächstes meldet ihr euch kostenlos unter developer.apple.com als Entwickler an und erhaltet so einen Zugang zu einem gigantischen Fundus an Wissen und Lernmaterialien. Hier gibt es häufig Missverständnisse: Der Zugang zu Apples Entwicklerseite mit all den Videos und der Dokumentation ist komplett kostenlos. Erst wenn ihr Apps im iOS- oder Mac-App-Store anbieten möchtet, kostet das 79 Euro im Jahr.
Zu guter Letzt ladet ihr euch die kostenlose Entwicklungsumgebung Xcode aus dem Mac App Store herunter.

Empfehlung 1: Stanford-Vorlesung

Dozent Paul Hegarty lehrt im Winter 2013 an der US-Amerikanischen Universität Stanford die Programmierung von iOS-Apps für iOS 6. Die Vorlesung ist auf Englisch, aber Hegarty spricht ein sehr deutlich und gut verständlich; außerdem unterstützen die Folien beim Verständnis des Erklärten. Die Vorlesungsvideos und Übungsmaterialien lassen sich kostenlos über iTunes abrufen.
Neu in diesem Semester ist die explizite Aufforderung zur Zusammenarbeit jenseits der Stanford-Studierenden. Mithilfe der Lernplattform piazza.com kann man nach erfolgter Registrierung Übungsgruppen bilden, sich gegenseitig Fragen stellen und Aufgaben gemeinsam lösen.
Mir haben seinerzeit die Vorlesungsvideos und die dazu eingereichten Übungsbögen sehr geholfen, erste Schritte in Objective-C zu wagen. Einige Vorkenntnisse sollte man aber mitbringen, denn es gibt keine grundlegende Einführung ins Programmieren, so dass die Kenntnis über Variablen, Schleifen, Bedingungen und auch objektorientiertes Programmieren vorausgesetzt werden.

Empfehlung 2: RyPress-Tutorial

Relativ neu ist das englischsprachige Tutorial auf rypress.com, das die Sprache Objective-C von Grund auf erklärt. Das Ganze ist sehr knapp gehalten, so dass auch hier die bereits in der ersten Empfehlung genannten Vorkenntnisse vorausgesetzt werden. Als Referenz für etwas erfahrenere Programmiererinnen und Programmierer ist das Ganze aber sehr praktisch.

Empfehlung 3: Apps programmieren für iPhone und iPad

Als deutschsprachigen Einstieg empfehle ich das OpenBook Apps programmieren für iPhone und iPad aus dem Verlag Galileo Press. Dort erhält man einen sehr ausführlichen Überblick der Sprache und der zugrundeliegenden Konzepte. Das Lernen erfolgt an nachvollziehbaren Beispielen.

Bonus-Empfehlung: OS X Entwicklerforum

One more thing … was aber tun, wenn man mit dem Programmieren angefangen hat, an einer Stelle festhängt und niemand zum Fragen in der Nähe ist? Dann auf zur Web-Seite OS X Entwicklerforum. Dieses deutschsprachige Forum hat freundliche und kompetente Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die hilfsbereit zur Seite stehen, wenn man nett fragt.